Ausstellungseröffnung am 7. März 2012

Wege ins Dunkel – Wege ins Licht

20120307„Es ist sehr beeindruckend, dass so viele Menschen der Einladung zur Eröffnung der Ausstellung in die Stadtbibliothek gefolgt sind,“ sagte Roland Hübner mit Blick auf rund einhundert Gäste zur Feierstunde für „Wege ins Dunkel Wege ins Licht“. Der Sozialdezernent im Landratsamt eröffnete als Vertreter von Stadt und Enzkreis die Wanderausstellung. Die Idee eigene „Werke“ durch das Land zu schicken, stammt von betroffenen Eltern selbst, und wurde in Olpe dem Sitz des Deutschen Kinderhospizvereins anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums eröffnet. Seit dem Herbst 2009 sind die Exponate in Deutschland unterwegs. Nach Pforzheim holte die Ausstellung mit dem Untertitel „Gefühlte Trauer- Gefühltes Glück“ das Team der Sterneninsel. Der ambulante Kinder und Jugendhospizdienst für Pforzheim und Enzkreis wurde im Herbst 2009 unter dem Dach des Trägervereins Hospiz westlicher Enzkreis ins Leben gerufen. Hübner betonte den wichtigen Stellenwert der Arbeit für die betroffenen Familien. Die Diagnose einer unheilbaren Krankheit des Kindes oder Jugendlichen fordert von allen Familienmitgliedern einen hohen Einsatz. Einsatzleiterin Angelika Miko betont: „Besonders gefordert sind alle darin, das Leben weiter gut und lebenswert zu meistern. Gerne begleiten wir ab der Diagnosestellung die Familien, und das oft über einen jahrelangen Zeitraum“ Ebenfalls zum Einsatz kommt die Sterneninsel wenn ein Elternteil schwer erkrankt.
Die ausgestellten Werke im Foyer der Bibliothek geben dem Betrachter Einblicke in Situationen voller Verzweiflung und Traurigkeit. Doch auch das Leben mit Hoffnung, Freude und Lebensmut hat einen festen Platz. Diesen bewundernswerten Lebensmut der betroffenen Kinder und Jugendlichen konnten die geladenen Gäste für 30 Minuten auch auf der Leinwand verfolgen. Mit Amrei Kriener Studentin der Filmakademie in Ludwigsburg an der Regie, produzierte die Sterneninsel jüngst einen dokumentarischen Kurzfilm mit dem Titel „Vom Leben geküsst“. Betroffene Kinder und Jugendliche aus Pforzheim und Enzkreis stellten sich der Kamera. Die Premiere in der Bibliothek fand großen Zuspruch. „Wir wollen zeigen, womit diese jungen Menschen täglich konfrontiert sind, was für sie normal ist und wie sie mit dem Leben umgehen, woran sie sich besonders freuen und für was sie fiebern und brennen – denn darin sind sie genau so Kinder und Jugendliche, wie Andere auch, nur eben unter anderen Umständen“, betonen die Macher des Films und ergänzen: Im Film wird deutlich wie wichtig es ist, jeden einzelnen Moment nicht nur zu leben, sonder zu erleben. Wir hoffen, es mit dem Film zu schaffen, diese Perspektive – also nicht das Leiden, sondern die Motivation zum Erleben – greifbar und verständlich zu machen.“ Den stimmungsvollen Rahmen am Eröffnungsabend schaffte der Chor der Thomasgemeinde unter der Leitung von Elke Schwerdt Kriener, mit Rafael Gastler an der Trommel. Und ein Team mit Schülern und Lehrern der Berufs vorbereitenden Klasse der Gustav Heinemann sorgte für das leibliche Wohl.

Für Gruppen und Schulklassen gibt es in der letzten Märzwoche mit Anmeldung das zusätzliche Angebot im Nebenraum ohne Hemmungen, aber unter Anleitung der Sterneninsel Mitarbeiter viele Hilfsmittel, Geräte und Fahrzeuge selbst auszuprobieren. Der Film wird auch hier nochmals gezeigt.