Eine Insel im Meer der Trauer

Pforzheimer Zeitung vom 15. Juli 2014

Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst hat eigene Räume bezogen.
Sterneninsel präsentiert sich Interessierten bei einem Tag der offenen Tür.

p2829111301_0206543Licht bricht durch die zahlreichen Fenster und flutet die 200 Quadratmeter große Niederlassung des Kinder- und Jugendhospizdienstes Sterneninsel an der Wittelsbacherstraße. Von großen Leinwänden und einer Gedenktafel an den weißen Wänden blicken Kinder dem Besucher entgegen. Kinder, die die Mitarbeiter auf ihrem Weg begleitet haben. „So sind immer auch die bei uns, die schon gestorben sind“, sagt Einsatzleiterin Nadine Bussmann.

Einrichtung gespendet

Im Dezember vergangenen Jahres hat sich der Verein Sterneninsel gegründet und damit vom Hospizdienst westlicher Enzkreis gelöst. „Dann ging alles recht flott“, erinnert sich der Vorsitzende Jürgen Hörstmann. Im April hat das Team die neuen Räume in der Nordstadt bezogen – mit einem großen hellen Raum für Gruppen- aktivitäten hatte das Objekt über- zeugt.

Vier Wochen lang wurde renoviert, Wände gestrichen, eine Küche eingebaut, zahlreiche Fenster geputzt. Finanziert werden soll die Miete über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Im Büro haben die meisten Ordner mittlerweile ihren Platz gefunden, im Spielzimmer wartet der Tischkicker auf das erste Duell, im Kreativraum liegt Bastelmaterial bereit. „Bis auf einen Schrank und ein paar Lampen wurde die gesamte Einrichtung gespendet“, sagt Einsatzleiterin Angelika Miko.

Der Bedarf an eigenen, größeren Räumen habe sich mit der Zeit, mit den Aufgaben entwickelt, sagt sie. Zuvor hätten die Treffen bei anderen Einrichtungen stattgefunden. Das Büro sei auf drei Haushalte aufgeteilt gewesen, Materialien oft nicht an dem Ort, wo sie gerade gebraucht wurden.

„Jetzt fügen sich die Dinge zu-sammen“, freut sich Miko. „Wir hoffen, dass unsere Arbeit dadurch noch effektiver wird“, sagt ihre Kollegin Nadine Bussmann. „Wir haben jetzt eine Insel“, bringt es Mylène Krink-Zorn, Koordinatorin Trauerbegleitung, auf den Punkt. „Wir sind nicht mehr irgendwo zu Gast. Hier wird deutlich, wer wir sind und was wir machen“, fügt Hörstmann an. Eine Anlaufstelle für alle: Kinder, ihre Familien, die Mitarbeiter.

Und genau das will das Team am kommenden Sonntag allen Unterstützern und Interessierten bei einem Tag der offenen Tür zeigen. „Um Berührungsängste abzubauen, ein Tabuthema ins Leben zu holen und das Leben zu feiern“, sagt Angelika Miko.