Näher ran ans Tabuthema

Pforzheimer Zeitung vom 11. Februar 2011

„Sterneninsel“ und Thalia informieren über Kinderbücher zu Sterben und Tod

PZ_20110211„Wir haben ununterbrochen geredet“, fasst Angelika Miko, Koordinatorin des Kinder- und Jugendhospizdienstes „Sterneninsel“, den gestrigen Aktionstag zusammen. Anlässlich des deutschlandweiten Tages der Kinderhospizarbeit hatte die Einrichtung in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Thalia eine Auswahl an Büchern vorgestellt, die die Tabuthemen Tod und Sterben kindgerecht behandeln.

Neben ganzen Schulklassen, Erziehern, Elternbeiräten und Privatpersonen seien laut Miko auch viele Angehörige von Familien gekommen, die die „Sterneninsel“ schon begleitet hat.

Polizeichef-Buch kommt an

Eines der Bücher, in dem gestern viel geblättert wurde, war „Das kranke Glühwürmchen“ von Burkhard Metzger, Pforzheims Leitender Polizeidirektor. „Besonders vor Weihnachten haben wir viele Exemplare davon verkauft“, sagt Thalia-Filialleiterin Erika Föst. Dem Kinder- und Jugendhospizdienst ist es ein Anliegen, dass auch altersgerechte Bücherüber Sterben, Tod und Trauer den Weg in die Bücherregale der Familien finden. „Bevor ein Kind geboren wird, beschäftigt man sich so lange mit der Geburt – solch einen vorbereitenden Prozess sollte es auch beim Sterben geben“, sagt Miko.

Die „Sterneninsel“ gibt es seit dem Jahr 2010. Zwölf Mitarbeiter begleiten dabei Familien mit unheilbar kranken Kindern, oder wenn ein Elternteil schwer erkrankt und nochdaheim lebt. Die haupt- und ehrenamtlichen Helfer bieten Hilfe zur Selbsthilfe an, kümmern sich um bürokratische Hürden und besuchen die Familien auch nach einem Todesfall auf Wunsch noch über längere Zeit hinweg.