Sterben gehört selbst bei Kindern zum Leben

Pforzheimer Zeitung vom 8. Februar 2011

Am Donnerstag ist Tag der Kinder-Hospizarbeit

PK_20110208Fröhlich lachen Leonie und Paula von den Plakaten im Obergeschoss der Buchhandlung Thalia in Pforzheim. Doch die Kinder haben eine eingeschränkte Lebenserwartung. Für Kinder wie Leonie und Paula und deren Familien ist der Kinderhospizdienst da. Bereits zum sechsten Mal wird am kommenden Donnerstag bundesweit diese Arbeit vorgestellt. „Sterben, Tod und Trauer gehören zum Leben“, sagt Angelika Miko, Einsatzleiterin der „Sterneninsel“, dem Kinder- und Jugendhospizdienst Pforzheim und Enzkreis. Angelika Miko wird mit bis zu neun Mitarbeiterinnen am kommenden Donnerstag rund 50 Bücher zum Thema Abschied nehmen, Loslassen und Trauern bei Thalia vorstellen.

„Ich finde die Idee sehr gut. Solche Bücher sind sonst nur vereinzelt in den Regalen“, sagt Thalia-Filialleiterin Erika Föst. Im Obergeschoss wird am Donnerstag zwischen den Plakaten von Leonie und Paula ein spezieller Büchertisch aufgestellt. Die Sterneninsel-Mitarbeiterinnen beraten den ganzenTag über von 10 bis 20 Uhr. Da ist für jedes Alter etwas dabei.

Für die Kleinsten befassen sich Bilderbücher zum Beispiel mit dem Tod eines geliebten Haustieres. „Es ist wichtig, schon früh mit den Kindern über das Sterben zu reden“, so Miko. Deshalb hat die Einsatzleiterin der „Sterneninsel“ die Kindergärten angeschrieben und auf das geballte Angebot zum Thema Sterben, Tod und Trauern hingewiesen. Auch für den Religionsunterricht oder das Fach Ethik ist entsprechende Literatur dabei. Besonders wichtig ist die Begleitung von Kindern, die eine lebensverkürzende Krankheit haben, sowie deren Familien. Mit großem Einfühlungsvermögen begleiten die Hospizmitarbeiterinnen unentgeltlich betroffene Familien im Alltag oder Kinder, die ein Elternteil verloren haben.

Die Hospizmitarbeiterinnen helfen bei der Bürokratie und sind immer da, wenn sie beim Verlust eines Familienmitgliedes gebraucht werden.