Wege aus der Dunkelheit – Zum Tag der Kinderhospizarbeit

Pforzheimer Zeitung vom 10. Februar 2012

Am 10. Februar ist bundesweit der Tag der Kinderhospizarbeit
Ausstellung ab 6. März in der Stadtbibliothek

p2010021201_0170502Allein in Baden Württemberg leben rund dreitausend unheilbar erkrankte Kinder und Jugendliche mit verkürzter Lebenserwartung. Ein Teil dieser Familien werden durch ambulante Kinderhospizdienste und in stationären Kinderhospizen begleitet. Als Symbol der Verbundenheit mit den Betroffenen kann ab heute, dem bundesweiten Tag der Hospizarbeit, ein grünes Band in der Stadtbibliothek in Pforzheim mitgenommen werden.

Kampf ums Gleichgewicht

Auch eine Ausstellung zum Thema soll es nun geben. Angelika Miko, die Einsatzleiterin des ambulaten Kinder- und Jugendhospizdienstes „Sterneninsel“, stieß bei den Verantwortlichen auf offene Ohren, und so werden ab dem 6. März in der Halle der Bibliothek verschiedene Exponate unter dem Motto „Wege im Dunkel – Wege im licht“ zu sehen sein. Die Idee zur bundesweiten Wanderausstellung stammt von betroffenen Eltern selbst und wurde in Olpe, dem Sitz des Deutschen Kinderhospizvereins, eröffnet.

Seit dem Herbst 2009 ist die Ausstellung nun in Deutschland unterwegs. Sie wirbt, so steht es im umfassenden Begleitheft, für mehr Verständnis zur Vielschichtikeit und tiefe des facettenreichen Lebens mit erkrankten Kindern. Immer haben neben Verzweiflung und Traurigkeit in deren Leben auch Hoffnung, Freude und Lebensmut Platz.

Auch betonen die „Künstler“ der Exponate, dass sie sich auch nach dem Tod ihrer Kinder mehr Offenheit und Mut zur gemeinsamen Trauer und Erinnerung wünschen. Manche Werke sprechen für sich, manche schaffen durch Begleittexte eine Verbindung zu den Gedanken und Gefühlen der Künstler. Sie geben Einblicke in schwierige Wege von Familien.

Probieren ohne Hemmung

Auf Wunsch wird nach Anmeldung durch die frei zugängliche Ausstellung geführt. Für Gruppen und Schulklassen gibt es in der letzten Märzwoche das zusätzliche Angebot im Nebenraum ohne Hemmungen, aber unter Anleitung der Sterneninsel Mitarbeiter viele Hilfsmittel, Geräte und Fahrzeuge selbst auszuprobieren. Ein kurzer Film gibt Einblick in das Leben einiger betroffener Kinder und Jugendlicher sowie deren Familie, die in Pforzheim und im Enzkreis von der Sterneninsel begleitet werden.