Wenn Kinder sterben

Pforzheimer Zeitung vom 12. Februar 2016

Kommunales Kino zeigt Film in Kooperation mit der „Sterneninsel“

Führen durch den Abend: Sabine Hager, Angelika Miko und Jürgen Hörstmann von der „Sterneninsel“ zeigen Bänder zum Tag der Kinderhospizarbeit. FOTO: SEIBEL
Führen durch den Abend: Sabine Hager, Angelika Miko und Jürgen Hörstmann von
der „Sterneninsel“ zeigen Bänder zum Tag der Kinderhospizarbeit.
FOTO: SEIBEL

„Alle, die sich im Umfeld des Dramas befinden, sind auch ein Teil dessen, egal ob Geschwister oder Großeltern“, erklärt Angelika Miko, Einsatzleiterin des Kinderhospizdienstes „Sterneninsel“. Erkrankt ein Kind lebensbedrohlich, so sei das für alle Verwandten eine schwierige Situation. Diese Problematik hat am Mittwoch der in Kooperation mit der Sterneninsel im Kommunalen Kino (Koki) vorgeführte Film „The Broken Circle Breakdown“ thematisiert.

Der Streifen des belgischen Regisseurs Felix van Groeningen erzählt die Geschichte vom amerikanophilen Banjospieler Didier und der blonden Tattoo-Studio-Besitzerin Elise. Die junge Frau verliebt sich bei einem Auftritt seiner Countryband in den selbst ernannten Cowboy. Sie zieht zu ihm und wird schließlich überraschend schwanger. Die ersten Jahre mit ihrer Tochter Maybelle genießen die Eltern. Als das Mädchen sechs Jahre alt ist, erfahren sie, dass es Krebs hat.

Der auf der Berlinale ausgezeichnete Film zeigt die Handlung nicht linear, sondern springt immer wieder zeitlich vor und zurück. Es ist zu sehen, wie das Paar sich an jedes Stückchen Hoffnung klammert, doch schlussendlich an der Bürde zu zerbrechen droht.

Beschäftigung mit dem Tod

Anlass für die Vorstellung war der immer am 10. Februar stattfindende Tag der Kinderhospizarbeit. Ein großer Teil ihrer Arbeit bestehe in Trauerbegleitung davor und danach, erläutert Miko. „Wir möchten ihnen mitgeben, sich mit Leben und Tod zu beschäftigen“, sagt die Einsatzleiterin der Sterneninsel. Im Film ging es auch darum, wie man damit umgeht und seinen Kindern vermittelt, was nach dem Sterben kommt, wenn man sich selbst nicht sicher ist.

Im Anschluss gab es die Möglichkeit zum Austausch über das Thema für alle Anwesenden, unter denen sich auch Betroffene befanden. Die Reflexion im Publikum brachte unterschiedliche Ergebnisse. Einerseits habe der Streifen aufgewühlt sowie betroffen gemacht, lautete das Fazit. Andererseits sei es noch „sehr rosa“ dargestellt gewesen, kommentierten Zuschauer, die Ähnliches durchgemacht haben.

MICHAEL KISTER | PFORZHEIM